Frage der Woche 33/2019

Wieso gibt es überhaupt die Bezugssteuer?

Die Antwort der Merki-Experten

Dienstleistungsexporte aus dem Ausland sind von der MWST befreit. Wenn man eine ausländische Dienstleistung kauft, zahlt man in der Schweiz die ausländische MWST nicht. Würde die Bezugssteuer nicht erhoben, hätten ausländische Anbieter einen Wettbewerbsvorteil, weil sie ihre Dienstleistungen MWST-frei anbieten könnten und so 7.7% günstiger wären als ihre Schweizer Konkurrenten.

Frage der Woche 32/2019

Was ist die Bezugssteuer?

Die Antwort der Merki-Experten

Die Bezugssteuer wird im Mehrwertsteuergesetz geregelt. Ihr unterliegen

  • Dienstleistungen, welche von ausländischen Unternehmen ohne schweizerische MWST-Nummer erbracht werden
  • Die Einfuhr von Datenträgern
  • Lieferungen von Ausländern, welche nicht der Einfuhrsteuer unterliegen.

    Im Zeitalter des Internets nehmen die Dienstleistungen, die der Bezugsteuer unterliegen, stark zu. Darunter fallen z. B. Web-Applikationen, Werbung (z. B. Facebook-Werbung), Domain-Namen oder Hosting-Services eines ausländischen Anbieters. Auch sonstige Dienstleistungen aus dem Ausland wie Beratungen von Anwälten, Management-Dienstleistungen oder Personalverleih unterliegen der Bezugssteuer.

Keine Bezugssteuer ist geschuldet, wenn die Dienstleistungen von der Steuer ausgenommen oder befreit sind.

Frage der Woche 31/2019

Warum wird in der Praxis einem interessierten Käufer in aller Regel von einem Mantelhandel abgeraten?

Die Antwort der Merki-Experten

Kauft jemand die Mehrheit der Aktien eines Aktienmantels (also mehr als 50%), wird dies im Steuerrecht als Mantelhandel qualifiziert und so behandelt, als ob der neue Aktionär eine neue Aktiengesellschaft gegründet hätte. Das Aktienkapital der Gesellschaft unterliegt somit der Emissionsabgabe.

Verlustvorträge, die vor dem Aktienverkauf (Mantelhandel) entstanden sind, können steuerlich nicht mehr mit neuen Gewinnen verrechnet werden.

Weist die Mantelgesellschaft einen Bilanzverlust auf (die Aktiven decken also nicht das ganze Aktienkapital) wird dies steuerrechtlich so interpretiert, als ob der neue Aktionär das Aktienkapital noch nicht vollständig einbezahlt hätte. Wird der Bilanzverlust später mit laufenden Gewinnen verrechnet, so gilt dies als geldwerte Leistung an den Aktionär (Gratisliberierung).

Auf dem Betrag, mit dem der Bilanzverlust getilgt wird, muss die Gesellschaft 35% Verrechnungssteuer abrechnen und auf den Aktionär überwälzen. Der neue Aktionär muss diese Verrechnungssteuer bezahlen. Er erhält die Verrechnungssteuer nur zurück, wenn er die geldwerte Leistung in seiner Steuererklärung ordentlich deklariert.

Neben diesen steuerlichen Problemen ist der Kauf einer Mantelgesellschaft auch aus Risikoüberlegungen und zivilrechtlichen Gründen nur in Ausnahmefällen von Vorteil.

Frage der Woche 30/2019

Warum wird in der Praxis einem Aktionär in aller Regel vom Verkauf seines Aktienmantels abgeraten?

Die Antwort der Merki-Experten

Verkauft der bisherige Aktionär die Mehrheit der Aktien eines Aktienmantels (also mehr als 50%), wird dies im Steuerrecht als Mantelhandel qualifiziert. Dies wird dann so behandelt, als ob der bisherige Aktionär die Gesellschaft liquidiert. Erfolgt der Verkauf zu einem Preis über dem Aktienkapital (inkl. allfälliger Kapitaleinlagereserven), erzielt er keinen steuerfreien Kapitalgewinn, sondern muss den das Aktienkapital übersteigenden Betrag als Liquidationsdividende versteuern.

Frage der Woche 29/2019

Was ist ein Mantelhandel?

Die Antwort der Merki-Experten

Wenn eine juristische Person (AG, GmbH, Genossenschaft) über keine Geschäftsaktivitäten mehr verfügt und alle Aktiven in liquide Form gebracht hat oder ausgeschüttet hat und somit in der Bilanz nur noch flüssige Mittel und das Kapital stehen, spricht man von einem Mantel (Aktienmantel, GmbH-Mantel).

Wird eine solche Gesellschaft verkauft, spricht man von einem Mantelhandel.

Frage der Woche 28/2019

Ich habe gehört, dass ich die Verrechnungssteuer nicht zurück erstattet bekomme, wenn ich Einkünfte oder Vermögen, aus welchem die Einkünfte fliessen, nachdeklariere. Stimmt das?

Die Antwort der Merki-Experten

Seit dem 1. Januar 2019 tritt die Verwirkung des Rückerstattungsanspruchs nicht mehr ein, wenn Einkünfte oder das Vermögen fahrlässig nicht angegeben wurden und der Steuerpflichtige diese in einem noch nicht rechtskräftig beschlossenen Verfahren nachträglich angibt oder die Steuerbehörde sie aus eigenen Feststellungen besteuert. Dies gilt aber nur für Rückerstattungsansprüche, die nach dem 1. Januar 2014 entstanden sind.

Frage der Woche 27/2019

Was sind die Voraussetzungen, damit ich Anspruch auf Rückerstattung der Verrechnungssteuer habe?

Die Antwort der Merki-Experten

Anspruch auf Rückerstattung der Verrechnungssteuer hat eine natürliche Person, wenn

  • sie im Zeitpunkt der Fälligkeit der steuerbaren Leistung ihren Wohnsitz in der Schweiz hatte
  • sie über das entsprechende Nutzungsrecht verfügte
  • die Rückerstattung zu keiner Steuerumgehung führt
  • der Antrag auf Rückerstattung innert drei Jahren nach Ablauf des Kalenderjahrs, in dem die steuerbare Leistung fällig geworden ist, gestellt wird.

Wenn die mit der Verrechnungssteuer belasteten Einkünfte oder das Vermögen, aus dem die Einkünfte fliessen, der Steuerbehörde nicht ordnungsgemäss deklariert werden, verwirkt der Rückerstattungsanspruch.

Frage der Woche 26/2019

Ist eine Sachwertdividende zulässig?

Die Antwort der Merki-Experten

In Ausnahmefällen kann anstelle von Bargeld eine Ausschüttung von Sachwerten erfolgen. Das Gleichbehandlungsgebot verlangt, dass allen Aktionären gleichwertige und gleichartige Sachwerte ausgeschüttet werden. Dies ist gegeben, wenn Sachwerte ausgeschüttet werden, die bargeldnah oder leicht verwertbar sind (z. B. kotierte Aktien, Obligationen, etc.). In den übrigen Fällen (z. B. nicht kotierte Aktien, Liegenschaften, etc.) bedarf es der Zustimmung der Aktionäre zu dieser Form der Ausschüttung.

Frage der Woche 25/2019

Ist eine ausserordentliche Dividendenausschüttung zulässig?

Die Antwort der Merki-Experten

An einer a.o. Generalversammlung, an der keine Genehmigung einer Jahresrechnung traktandiert ist, kann eine (zusätzliche) Dividende beschlossen werden, sofern ein Bilanzgewinn oder freie Reserven vorhanden sind.  Bei der Beschlussfassung über eine Dividende an einer a.o. Generalversammlung sind die Vorschriften über die zweite Zuweisung an die gesetzlichen Gewinnreserven zu beachten.  Sofern eine zusätzliche Ausschüttung erfolgt, muss diese zur Ausschüttung anlässlich der ordentlichen Generalversammlung hinzugezählt werden, um die Höhe der notwendigen Reservezuweisung zu bestimmen.

Zudem muss ein Bericht der Revisionsstelle vorliegen, worin bestätigt wird, dass die vorgesehene Ausschüttung Gesetz und Statuten entspricht. Ist die Revisionsstelle nicht aufgefordert worden, einen Bericht abzugeben, ist der Beschluss nichtig.

Frage der Woche 24/2019

Key Performance Indicator (KPI), was bedeutet das?

Die Antwort der Merki-Experten

Ein Key Performance Indicator (KPI) ist eine Schlüsselkennzahl. Mit Hilfe von KPIs werden der Erfüllungsgrad von Leistungszielen oder kritischen Erfolgsfaktoren innerhalb eines Unternehmens gemessen. Diese Schlüsselkennzahlen werden unternehmensspezifisch festgelegt und verändern sich je nach Situation des Unternehmens über die Zeit.