Frage der Woche 46/2019

Ich habe von meinem Arbeitgeber einen Gutschein als Dienstaltersgeschenk erhalten. Muss ich diesen in meiner Steuererklärung als Einkommen deklarieren?

Die Antwort der Merki-Experten

Naturalgeschenke für ein besonderes Ereignis (z. B. Dienstaltersgeschenke, Geburtstagsgeschenke oder Weihnachtsgeschenke) sind bis CHF 500 pro Ereignis steuerfrei und müssen auch nicht auf dem Lohnausweis deklariert werden. Falls die Naturalgeschenke mehr als CHF 500 kosten, ist allerdings der gesamte Betrag steuerbar.

Gutscheine und auch REKA-Checks gelten als Naturalgeschenke.

Frage der Woche 45/2019

Wer darf bei getrennt besteuerten Eltern den Kinderabzug geltend machen, in dem Jahr, in welchem das Kind volljährig wird?

Die Antwort der Merki-Experten

Grundsätzlich kann ein Kinderabzug nur geltend gemacht werden, wenn sich das Kind in der Erstausbildung befindet. Ansonsten darf allenfalls ein Unterstützungsabzug geltend gemacht werden.

Befindet sich das Kind in Erstausbildung gilt folgendes: Im Jahr, in dem das Kind von getrennt besteuerten Eltern volljährig wird, ist der Kinderabzug pro rata temporis auf beide Elternteile zu verteilen. Bis zum Tag der Volljährigkeit des Kindes hat der alimenteempfangende Elternteil Anspruch auf den Kinderabzug. Ab diesem Tag hingegen der alimenteleistende Elternteil. Dies gilt freilich nur, wenn die während des ganzen Jahres geleisteten Alimente den Betrag von CHF 6’500 übersteigen. (Bundesgerichtsurteil vom 11.03.2019)

Frage der Woche 44/2019

Wer darf bei getrennt besteuerten Eltern den Kinderabzug geltend machen?

Die Antwort der Merki-Experten

Grundsätzlich kann ein Kinderabzug nur geltend gemacht werden, wenn sich das Kind in der Erstausbildung befindet. Ansonsten darf allenfalls ein Unterstützungsabzug geltend gemacht werden.
Befindet sich das Kind in Erstausbildung darf bei minderjährigen Kindern der alimenteempfangende Elternteil den Kinderabzug geltend machen. Bei volljährigen Kindern ändert sich die Systematik und der alimenteleistende Elternteil darf den Kinderabzug geltend machen.

Frage der Woche 43/2019

Können die Kosten eines SBB Generalabonnements 1. Klasse als Steuerabzug geltend gemacht werden?

Die Antwort der Merki-Experten

Das Bundessteuergesetz stellt als Bedingung zum Abzug der Fahrkosten auf die Notwendigkeit ab. Unter dieser Bedingung können die Mehrkosten, welche durch den Kauf eines GA 1. Klasse anstatt eines der 2. Klasse entstanden sind, nicht von vornherein als abziehbare Kosten behandelt werden. Falls sich die Nutzung der 1. Klasse jedoch aus beruflichen Gründen rechtfertigen lässt und zudem notwendig ist (z. B. weil es dem Steuerpflichtigen erlaubt während der Fahrt zu arbeiten) besteht kein Grund, den Abzug der Mehrkosten gegenüber dem GA der 2. Klasse zu verweigern. Gemäss den üblichen Regeln der Beweislastverteilung muss der Nachweis der Notwendigkeit vom Steuerpflichtigen erbracht werden, da es sich um eine steuermindernde Tatsache handelt. (Bundesgerichtsurteil vom 07.05.2019).

Frage der Woche 42/2019

Unterscheidet sich die Liquidation, die von der Generalversammlung beschlossen wurde von der im Falle eines Konkurs?

Die Antwort der Merki-Experten

Im Falle eines Konkurses wird die Liquidation nach den Vorschriften des Konkursrechts durch die Konkursverwaltung besorgt. Die Organe der Gesellschaft behalten die Vertretungsbefugnisse nur, soweit eine Vertretung durch sie noch notwendig ist.

Frage der Woche 41/2019

Wie lange müssen die Geschäftsbücher einer gelöschten Gesellschaft aufbewahrt werden?

Die Antwort der Merki-Experten

Auch nach der Löschung einer Gesellschaft sind die Geschäftsbücher zehn Jahre aufzubewahren.

Frage der Woche 40/2019

Welchen Einfluss hat der Liquidationsbeschluss bei einer AG auf bestehende Verträge?

Die Antwort der Merki-Experten

Die Liquidation einer Gesellschaft hat per se keinen Einfluss auf bestehende Verträge und ist kein Grund für eine vorzeitige Vertragsauflösung. Die von der Gesellschaft abgeschlossenen Verträge gelten grundsätzlich weiter.

Frage der Woche 39/2019

Wie lange dauert es bis die Aktiengesellschaft in Liquidation gelöscht werden kann?

Die Antwort der Merki-Experten

Nach Beendigung aller Liquidationshandlungen ist die Löschung der Gesellschaft beim Handelsregisteramt anzumelden. Dies ist allerdings frühestens ein Jahr nach der Veröffentlichung des dritten Schuldenrufs im SHAB möglich. Dieses Sperrjahr dient dem Gläubigerschutz. Es gibt die Möglichkeit die Löschung bereits nach Ablauf von drei Monaten zu beantragen, wenn ein zugelassener Revisionsexperte bestätigt, dass die Schulden getilgt sind und nach den Umständen angenommen werden kann, dass keine Interessen Dritter gefährdet werden.

Das Handelsregisteramt macht den Steuerbehörden des Bundes und des Kantons Mitteilung. Die Löschung wird erst vorgenommen, wenn diese Behörden zugestimmt haben. Die Löschungsbewilligung der Eidg. und Kant. Steuerverwaltung erfolgt allerdings erst nach Begleichung aller Steuern.

Frage der Woche 38/2019

Was sind die Aufgaben der Liquidatoren einer AG?

Die Antwort der Merki-Experten

  • Erstellen einer Liquidationsbilanz per Stichtag der Auflösung, damit das Gesellschaftsvermögen zum Zeitpunkt der Auflösung festgestellt werden kann. Bei einer länger dauernden Liquidation sind jährlich Liquidations-Zwischenbilanzen zu erstellen.
  • Schuldenruf: Bevor eine Verteilung der Mittel der Gesellschaft an die Aktionäre erfolgen kann, müssen die Gläubiger der Gesellschaft festgestellt und befriedigt werden. Zu diesem Zweck hat der Liquidator den bekannten Gläubigern Mitteilung zu machen. Für unbekannte Gläubiger und solche mit unbekanntem Wohnort ist ein dreimaliger öffentlicher Schuldenruf im Schweizerischen Handelsamtsblatt durchzuführen. Falls die Statuten eine weitere Form der Bekanntmachung vorsehen, ist diese ebenfalls durchzuführen.
  • Abklärung der Überschuldung: Nach Ablauf der Anmeldefrist (Frist, welche in der SHAB-Publikation gesetzt wurde, z.B. 30 Tage) überprüfen die Liquidatoren den finanziellen Zustand der Gesellschaft. Sobald eine Überschuldung festgestellt wird, müssen die Liquidatoren den Richter benachrichtigen. Dieser spricht dann den Konkurs aus.
  • Durchführung der Liquidation: Die Liquidatoren haben die pendenten Geschäfte der Gesellschaft unter Einhaltung der vertraglichen Verpflichtungen zu beenden, die Vermögenswerte zu verwerten und die Gesellschaftsschulden zu tilgen, sofern die Gesellschaft nicht überschuldet ist .
  • Vertretung der Gesellschaft in den zur Liquidation gehörenden Rechtsgeschäften
  • Verteilung des Erlöses der Liquidation

Frage der Woche 37/2019

Wer kann als Liquidator eingesetzt werden?

Die Antwort der Merki-Experten

Die Liquidation wird durch den Verwaltungsrat besorgt, sofern sie nicht in den Statuten oder durch einen Beschluss der Generalversammlung einer anderen Person übertragen wird . Zu beachten ist, dass mindestens einer der Liquidatoren in der Schweiz Wohnsitz haben und zur Vertretung berechtigt sein muss. Die Liquidatoren sind in das Handelsregister einzutragen, auch wenn es sich dabei um bestehende Verwaltungsratsmitglieder der AG handelt. Der Liquidator kann – mit Ausnahmen des richterlich eingesetzten – von der Generalversammlung jederzeit wieder abberufen werden.