Frage der Woche 07/2019

Was sollte man vor einem freiwilligen Einkauf in die Altersvorsorge BVG prüfen?

Die Antwort der Merki-Experten

Freiwillige Einzahlungen in die Pensionskasse (2. Säule) sind begrenzt. Es muss eine „Vorsorgelücke“ bestehen. Die meisten Vorsorgeeinrichtungen zeigen den möglichen Einkaufsbetrag auf dem PK-Ausweis. Alternativ kann man die mögliche Einkaufssumme bei der Pensionskasse nachfragen.

Wichtig ist, dass man vor dem Einkauf die Qualität und die finanzielle Situation der Pensionskasse einschätzt. Dies ist basierend auf Kennzahlen wie dem Deckungsgrad (mind. 100%), dem technischen Zinssatz oder dem Verhältnis von Aktiven zu Rentnern in der Pensionskasse möglich. Zudem sollte man abklären, was mit dem freiwillig einbezahlten Betrag im Falle des Todes des Versicherten passiert. Bei einigen Pensionskassen wird das Geld nicht dem Ehe- oder Lebenspartner ausbezahlt und auch deren Rente erhöht sich nicht.

Frage der Woche 06/2019

Wann müssen Studierende AHV, IV und EO bezahlen?

Die Antwort der Merki-Experten

Studierende mit zivilrechtlichem Wohnsitz in der Schweiz, die während des Studiums einer Arbeit nachgehen, müssen ab 1. Januar nach Vollendung des 17. Altersjahres Beiträge an die AHV, IV und EO bezahlen. Spätestens ab 1. Januar nach Vollendung des 20. Altersjahrs müssen alle Studierende mit zivilrechtlichem Wohnsitz in der Schweiz den Mindestbeitrag von CHF 482 pro Jahr an die AHV, IV und EO bezahlen. Die Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge aus einer allfälligen Erwerbstätigkeit kann man am geschuldeten Mindestbeitrag anrechnen lassen.

Nach Vollendung des 25. Altersjahr gelten für Studierende die ordentlichen Regeln für Nichterwerbstätige. Langzeitstudenten entrichten somit Nichterwerbstätigenbeiträge aufgrund ihres Vermögens und Renteneinkommens.

Keine Beiträge müssen Studierende bezahlen, wenn sie verheiratet sind oder in eingetragener Partnerschaft leben und der Ehegatte bzw. eingetragene Partner bei der AHV, IV und EO versichert, im Sinne der AHV erwerbstätig ist und mindestens Beiträge in der Höhe von CHF 964 (doppelter Mindestbeitrag) bezahlt hat. Zudem müssen keine Beiträge bezahlt werden, wenn der Studierende keinen zivilrechtlichen Wohnsitz in der Schweiz hat.

Frage der Woche 05/2019

Wer darf in die gebundene Selbstvorsorge (Säule 3a) einzahlen?

Die Antwort der Merki-Experten

In die gebundene Selbstvorsorge (Säule 3a) dürfen nur Erwerbstätige einzahlen, welche ein AHV-pflichtiges Einkommen in der Schweiz haben.

Arbeitslose dürfen einzahlen, sofern sie Taggelder von staatlichen Arbeitslosenkassen beziehen und nicht ausgesteuert sind.

Bei Ehepaaren dürfen beide Ehegatten unabhängig voneinander einzahlen, wenn beide im Sinne der AHV erwerbstätig sind.

Rentner, die erwerbstätig bleiben und ein AHV-pflichtiges Einkommen erzielen, dürfen bis 5 Jahre über das ordentliche Rentenalter der AHV hinaus Beiträge einzahlen.

Frage der Woche 04/2019

Gibt es per 1. Januar 2019 Änderungen bei der gebundenen Selbstvorsorge (Säule 3a)?

Die Antwort der Merki-Experten

Ab 1. Januar 2019 beträgt der maximal erlaubte Steuerabzug im Rahmen der Säule 3a CHF 6‘826 (bisher CHF 6‘768). Dies gilt für Personen, die einer 2. Säule (BVG) angeschlossen sind.

Erwerbstätige Personen, die keiner 2. Säule (BVG) angeschlossen sind, dürfen ab dem 1. Januar 2019 jährlich max. 20% des Erwerbseinkommens, aber höchstens CHF 34’128 einzahlen (bisher CHF 33‘840).

Frage der Woche 03/2019

Gibt es per 1. Januar 2019 Änderungen bei AHV-/IV-Leistungen in der 1. Säule?

Die Antwort der Merki-Experten

Ja. Nach vier Jahren werden die AHV-/IV-Leistungen in der 1. Säule um 0.9% erhöht.

Die minimale AHV-/IV-Rente steigt von CHF 1‘175 auf neu CHF 1‘185 pro Monat, die Maximalrente von CHF 2‘350 auf neu CHF 2‘370 (Beträge bei voller Beitragsdauer).

Die Mindestbeiträge der Selbständigerwerbenden und der Nicht-Erwerbstätigen für AHV, IV und EO werden von CHF 478 auf CHF 482 pro Jahr erhöht (Mindestbetrag für die freiwillige AHV und IV erhöht sich von CHF 914 auf CHF 922). Die Maximalbeiträge der Selbständigerwerbenden und er Nicht-Erwerbstätigen für AHV, IV und EO werden von CHF 23‘900 auf CHF 24‘100 pro Jahr erhöht.

Analog werden auch die Leistungen der Invalidenversicherung, Erwerbs-ersatzordnung und Ergänzungsleistungen angepasst. Bei den Ergänzungsleistungen wird der Betrag für die Deckung des allgemeinen Lebensbedarfs von CHF 19’290 auf CHF 19’450 pro Jahr für Alleinstehende, von CHF 28’935 auf CHF 29’175 für Ehepaare und von CHF 10’080 auf CHF 10’170 Franken für Waisen erhöht.

Frage der Woche 02/2019

Gibt es Mahngebühren für das nicht rechtzeitige Einreichen der Steuererklärung?

Die Antwort der Merki-Experten

Ja. Der Kanton Aargau hat eine Gesetzesänderung sowie eine Anpassung der Verordnung zum Steuergesetz beschlossen. Die Änderungen treten per 1. Januar 2019 in Kraft. Erstmals erfolgt eine Gebührenerhebung für nicht rechtzeitig eingereichte Steuererklärungen 2018 ab dem Jahr 2019. So wird beispielsweise eine Steuererklärung 2018, welche nach erstreckter Frist bis Ende Juni noch nicht eingereicht wurde, ab dem Monat Juli erstmals gemahnt und mit einer Gebühr von CHF 35 belegt. Wird die Steuererklärung auch bis zum gemahnten Termin nicht eingereicht, so erfolgt eine zweite Mahnung, welche mit einer Gebühr von CHF 50 belegt wird.

Als Kunde der Merki Treuhand AG kümmern wir uns rechtzeitig um ihre Fristverlängerungen.

Frage der Woche 01/2019

Aus welchen Gründen erstellt die Steuerbehörde einen Vermögensvergleich?

Die Antwort der Merki-Experten

Die Steuerbehörden plausibilisieren damit die materielle Richtigkeit der deklarierten Zahlen in der Steuererklärung.

Die Steuerbehörden stellen das Reinvermögen der Vorperiode dem Reinvermögen der aktuellen Steuerperiode gegenüber und ermitteln somit die Vermögenszunahme oder -abnahme. Die Differenz wird bereinigt durch Bewertungsdifferenzen z. B. von Wertschriften, Lebensversicherungen oder Fahrzeugen, Veränderungen in der steuerlichen Bewertung von Liegenschaften und steuerfreie Einkünfte wie Schenkungen, Kapitalgewinne oder Unterstützung aus öffentlichen Mitteln. Die Lebenshaltungskosten werden geschätzt. Sie entsprechen jedoch mindestens dem betreibungsrechtlichen Existenzminimum.

Resultiert aus der Vermögensvergleichsrechnung ein Einkommensmanko, stellt sich die Frage, ob die Einkommensdeklaration oder die Deklaration der Schulden vollständig sind. Resultiert ein hoher Einkommensüberschuss, wird geprüft, ob in der Steuererklärung alle Vermögenswerte deklariert wurden.  Der Vermögensvergleich wird dem Steuerpflichtigen zur Prüfung und Stellungnahme zugestellt. Kann ein vorhandenes Einkommensmanko nicht erklärt werden, wird die Veranlagung nach pflichtgemässen Ermessen von den Steuerbehörden vorgenommen.

Frage der Woche 52/2018

Sind Weihnachtsgeschenke steuerbar?

Die Antwort der Merki-Experten

Geschenke, welche die steuerpflichtige Person vom anderen Eheteil oder von den Eltern, Grosseltern, Urgrosseltern oder den eigenen Kindern erhalten, sind steuerfrei.

Anders verhält es sich, wenn z. B. der Götti seinem Göttikind einen Herzenswunsch erfüllt. Im Kanton Aargau müssen Geschenke nicht deklariert werden, die bei einer Gelegenheit wie Geburtstag, Weihnachten, Hochzeit, Prüfungserfolg oder Taufe ausgerichtet werden und den Wert von jeweils Fr. 2’000 nicht übersteigen (Gelegenheitsgeschenke).

Zu beachten ist, dass Schenkungen nicht der Einkommens-, sondern der Erbschafts- und Schenkungssteuer unterliegen.

Frage der Woche 51/2018

Können Negativzinsen, die für Einlagen bei Banken anfallen, bei den Steuern in Abzug gebracht werden?

Die Antwort der Merki-Experten

Ja. Im Kanton Aargau können Negativzinsen im Bereich des Privatvermögens allerdings nicht unter den Schuldzinsen in Abzug gebracht werden. Gestützt auf § 39 StG und Art. 32 Abs. 1 DBG müssen diese als Vermögensverwaltungskosten in Abzug gebracht werden.

Frage der Woche 50/2018

Reicht es, wenn ich als Einzelunternehmen eine Aufstellung über Einnahmen und Ausgaben sowie die Vermögenslage mache oder muss ich eine Jahresrechnung (Bilanz, Erfolgsrechnung, Anhang) aufstellen?

Die Antwort der Merki-Experten

Einzelunternehmen sowie Personengesellschaft mit einem Umsatz von weniger als CHF 500‘000 müssen keine Jahresrechnung (Bilanz, Erfolgsrechnung, Anhang) aufstellen. Es reicht, wenn Sie eine sog. „Milchbüechli-Rechnung“, also eine Aufstellung über Einnahmen und Ausgaben sowie über die Vermögenslage machen.