Frage der Woche 45/2018

Zu welchem Wert sollen WIR-Guthaben in der Steuerbilanz bilanziert werden?

Die Antwort der Merki-Experten

WIR-Guthaben sind nur beschränkt verwendbar sowie zinslos. Zudem müssen bei Bezahlung mit WIR-Checks oftmals schlechtere Kaufbedingungen – keine Rabatte, kein Skonto, etc. – akzeptiert werden. Beim Verkauf von WIR-Checks zur Beschaffung von gesetzlichen Zahlungsmitteln wird erfahrungsgemäss mit einem Einschlag von bis zu 25% des Nominalwertes gerechnet. Der WIR-Check ist somit ein Zahlungsmittel, dessen Tausch- und Veräusserungswert unter dem Nominalwert liegt.

Buchführungspflichtige WIR-Teilnehmer können daher im Kanton Aargau entweder anstelle des Nominalwertes den niedrigen Verkehrswert bilanzieren oder ohne besonderen Nachweis eine Delkredere-Rückstellung von 25% des Nominalwertes bilden. Wird der tiefere Verkehrswert bilanziert, ist höchstens noch eine Wertberichtigung von 5% (wie für inländische Debitoren) möglich.

Frage der Woche 44/2018

Wann tritt die Meldepflicht von Derivatetransaktionen für kleine nicht-finanzielle Gegenparteien gemäss Finanzmarktinfrastrukturgesetz (FinfraG) in Kraft?

Die Antwort der Merki-Experten

Das Finanzmarktinfrastrukturgesetz (FinfraG) regelt u.a. die Organisation und den Betrieb von Finanzmarktinfrastrukturen und das Marktverhalten im Derivatehandel, einschliesslich einer Meldepflicht für Derivatetransaktionen. Diese Meldepflicht verlangt, dass betroffene Marktakteure solche Transaktionen an zentrale Transaktionsregister melden. Heute gilt die Meldepflicht bereits für finanzielle Gegenparteien (Banken, Versicherungen, etc.) und für gewisse nicht-finanzielle Gegenparteien. Für kleine nicht-finanzielle Gegenparteien wie z. B. Industrie-unternehmen wäre die Pflicht am 1. Januar 2019 in Kraft getreten.

Nun hat der Bundesrat im September 2018 entschieden, dass die Meldepflicht für kleine nicht-finanzielle Gegenparteien erst am 1. Januar 2024 in Kraft tritt.

Frage der Woche 43/2018

Wie müssen Bitcoins bilanziert werden?

Die Antwort der Merki-Experten

Bitcoins sollten als Wertschriften/Finanzanlagen bilanziert werden, da diese Position auch Forderungs- und Beteiligungsrechte ohne Wertpapiercharakter sowie Edelmetalle umfasst. Wenn mit den Bitcoins aktiv gehandelt wird – z. B. bei einem Bitcoin-Broker – ist eine Bilanzierung unter der Position „Vorräte“ möglich.

Eine Bilanzierung als flüssige Mittel wäre nicht korrekt, da die Bitcoins kein gesetzliches Zahlungsmittel darstellen und auch die ökonomischen Voraussetzungen an eine Währung nicht erfüllen. Bitcoins unterliegen einer hohen Volatilität und es fehlt die allgemeine Akzeptanz als Zahlungsmittel.

Frage der Woche 42/2018

Muss eine Arbeitgeberbeitragsreserve im Unternehmen bilanziert werden?

Die Antwort der Merki-Experten

Arbeitgeberbeitragsreserven ohne Verwendungsverzicht sind mindestens zum Promemoria Franken zu erfassen, da ansonsten gegen das Prinzip der Vollständigkeit verstossen wird.

Bei Nichtaktivierung oder zu einem tieferen Wert als zum Nutzwert, stellen Arbeitgeberbeitragsreserven stille Reserven dar. Eine Reduktion der Arbeitgeberbeitragsreserven kann dann dazu führen, dass eine Nettoauflösung stiller Reserven im Anhang ausgewiesen werden muss.

Arbeitgeberbeitragsreserven mit Verwendungsverzicht stellen keine stillen Reserven dar. Zu beachten ist, dass man mit der Aufhebung eines Verwendungsverzichts – ohne gleichzeitige Aktivierung der Arbeitgeberbeitragsreserven – stille Reserven bildet.

Frage der Woche 41/2018

Wie berechne ich den Privatanteil bei Geschäftsfahrzeugen?

Die Antwort der Merki-Experten

Der Privatanteil bei Geschäftsfahrzeugen kann effektiv oder pauschal berechnet werden. Bei der effektiven Berechnung werden die privat gefahrenen Kilometer mit Hilfe eines Fahrtenbuchs nachgewiesen oder geschätzt und ins Verhältnis zu den total gefahrenen Kilometern des Fahrzeugs gesetzt. Der Privatanteil entspricht dem auf diese Weise ermittelten Anteil der gesamten Betriebskosten. In der Praxis wird die effektive Methode lediglich bei anteilsmässig sehr tiefer privater Nutzung verwendet.

Wesentlich häufiger wird die pauschale Berechnung angewendet. Hier beträgt der Privatanteil pro Monat 0.8% (respektive 9.6% pro Jahr) des Kaufpreises inkl. sämtlicher Sonderausstattungen, exkl. MWST.

Frage der Woche 40/2018

Unbegründet betrieben, was nun?

Die Antwort der Merki-Experten

Betreibungen sind einfach einzuleiten. Ein Schuldnachweis ist nicht notwendig. Darum hat die betriebene Person das Recht, innerhalb von 10 Tagen seit Zustellung des Zahlungsbefehls Rechtsvorschlag zu erheben. Dieser kann direkt dem zustellenden Beamten erklärt werden oder mündlich oder schriftlich beim Betreibungsamt erhoben werden.

Allerdings wird die Betreibung damit nicht gelöscht. Im Betreibungsauszug erscheint jedoch der Vermerk, dass gegen die Betreibung Rechtsvorschlag erhoben wurde.

Wenn Sie wollen, dass der Eintrag gelöscht wird, ist es am einfachsten, wenn Sie sich an den Gläubiger wenden und ihn auffordern, die Betreibung beim Betreibungsamt schriftlich zurückzuziehen. Sämtliche Betreibungen können, unabhängig vom Stand des Verfahrens, jederzeit zurückgezogen werden, auch wenn die Betreibung bereits als erledigt abgeschrieben wurde und egal, ob Sie zu Recht betrieben wurden.

Weigert sich der Gläubiger, eine unbegründete Betreibung zurückzuziehen, können Sie gerichtlich feststellen lassen, dass die Schuld nicht besteht. Dies ist allerdings aufwendig und mit Kosten verbunden. Wenn die Klage gutgeheissen wird, wird der Eintrag im Betreibungsregister gelöscht.

Frage der Woche 39/2018

Kann die AHV-Rente gepfändet werden bzw. was kann gepfändet werden?

Die Antwort der Merki-Experten

Nein. Leistungen aus der ersten Säule der AHV und IV sind unpfändbar. Auch Ergänzungsleistungen und Leistungen der Familienausgleichskasse können nicht gepfändet werden. Dahingegen sind Pensionskassengelder der 2. Säule (Alters- und IV-Renten) sowie IV-Taggelder und Barauszahlungen der beruflichen Vorsorge (Säule 2 und 3a) bei vorzeitiger Pensionierung, bei Auswanderung oder bei Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit pfändbar.

Grundsätzlich gilt, dass dem Schuldner nicht alles gepfändet werden darf. Ein Grundbetrag bzw. das Existenzminimum muss verbleiben. Das betreibungsrechtliche Existenzminimum umfasst einen Grundbetrag für Nahrung und Kleidung sowie Mietzins und Heizkosten. Zudem  dürfen die sogenannten Kompetenzstücke wie z. B. Gegenstände des täglichen, persönlichen Gebrauchs (Kleider, Bett, Tisch, etc.) sowie  Gegenstände, welche zur Berufsausübung unverzichtbar sind, nicht gepfändet werden.

Frage der Woche 38/2018

Die neue Abgabe für Radio und Fernsehen ab 2019. Was bedeutet das?

Die Antwort der Merki-Experten

Ab 2019 sind neben den Haushalten auch Unternehmen, die im MWST-Register eingetragen sind und einen jährlichen weltweiten Gesamtumsatz von mind. CHF 500‘000 (ohne MWST) erzielen, abgabepflichtig. Die Höhe der Abgabe bestimmt sich nach dem Jahresumsatz.

Dies hat zur Folge, dass neu auch Unternehmen mit Sitz im Ausland, welche im MWST-Register der Schweiz eingetragen sind, abgabepflichtig werden. Auch für diese Unternehmen ist für die Bestimmung der Abgabenhöhe der weltweit erzielte Gesamtumsatz massgebend. Dies wird in etlichen Fällen dazu führen, dass Unternehmen, die in der Schweiz lediglich einen Umsatz von wenigen tausend Franken erzielen, mehr für den Radio- und Fernsehempfang bezahlen als für die MWST.

Frage der Woche 37/2018

Welche Gesundheitskosten sind in der Steuererklärung abzugsfähig?

Die Antwort der Merki-Experten

Abzugsfähig sind die selbstgetragenen Kosten für Krankheiten und Unfälle bzw. für die medizinische Behandlung zur Erhaltung oder Wiederherstellung der körperlichen oder psychischen Gesundheit. Abzugsfähig sind auch die selbstgetragenen Gesundheitskosten von unterstützungsbedürftigen Personen, für die der Steuerpflichtige im Wesentlichen aufkommt (z. B. Kinder in Ausbildung). Nur begrenzt abzugsfähig sind die Krankenkassenprämien. Nicht abzugsfähig sind Abos für Fitnesscenter, Transportkosten, Kosten im Zusammenhang mit Selbsterfahrungen oder Selbstverwirklichung. Zudem können Kosten, die von der Krankenkasse, der AHV, IV, der Unfallversicherung oder von privaten Versicherungen getragen wurden, nicht vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden.

Wir empfehlen Ihnen, alle Belege der Gesundheitskosten sofort an Ihre Krankenkasse zu senden. Per Jahresende können Sie einen Steuerauszug verlangen, auf welchem die selbstgetragenen Kosten ausgewiesen werden.

Frage der Woche 36/2018

Ein Unternehmen generiert insgesamt CHF 1 Mio. Umsatz. Davon fallen nur CHF 90‘000 in der Schweiz an. Unterliegt das Unternehmen in der Schweiz der MWST?

Die Antwort der Merki-Experten

Mit Wirkung ab 01.01.2018 trat das teilrevidierte MWSTG (revMWSTG) in Kraft. In Art. 10 Abs. 2 lit. A revMWSTG wird definiert, dass von der Steuerpflicht befreit ist, wer innerhalb eines Jahres im In- und Ausland weniger als CHF 100‘000 Umsatz aus Leistungen erzielt, die nicht nach Art. 21 Abs. 2 MWST von der Steuer ausgenommen sind. Zur Beurteilung der MWST-Pflicht wird somit der weltweite Umsatz miteinbezogen. Im revidierten MWSTG wurde zudem präzisiert, dass die von der MWST ausgenommenen Umsätze nicht zum massgebenden Umsatz für eine MWST-Pflicht zählen.