Frage der Woche 37/2018

Welche Gesundheitskosten sind in der Steuererklärung abzugsfähig?

Die Antwort der Merki-Experten

Abzugsfähig sind die selbstgetragenen Kosten für Krankheiten und Unfälle bzw. für die medizinische Behandlung zur Erhaltung oder Wiederherstellung der körperlichen oder psychischen Gesundheit. Abzugsfähig sind auch die selbstgetragenen Gesundheitskosten von unterstützungsbedürftigen Personen, für die der Steuerpflichtige im Wesentlichen aufkommt (z. B. Kinder in Ausbildung). Nur begrenzt abzugsfähig sind die Krankenkassenprämien. Nicht abzugsfähig sind Abos für Fitnesscenter, Transportkosten, Kosten im Zusammenhang mit Selbsterfahrungen oder Selbstverwirklichung. Zudem können Kosten, die von der Krankenkasse, der AHV, IV, der Unfallversicherung oder von privaten Versicherungen getragen wurden, nicht vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden.

Wir empfehlen Ihnen, alle Belege der Gesundheitskosten sofort an Ihre Krankenkasse zu senden. Per Jahresende können Sie einen Steuerauszug verlangen, auf welchem die selbstgetragenen Kosten ausgewiesen werden.

Frage der Woche 36/2018

Ein Unternehmen generiert insgesamt CHF 1 Mio. Umsatz. Davon fallen nur CHF 90‘000 in der Schweiz an. Unterliegt das Unternehmen in der Schweiz der MWST?

Die Antwort der Merki-Experten

Mit Wirkung ab 01.01.2018 trat das teilrevidierte MWSTG (revMWSTG) in Kraft. In Art. 10 Abs. 2 lit. A revMWSTG wird definiert, dass von der Steuerpflicht befreit ist, wer innerhalb eines Jahres im In- und Ausland weniger als CHF 100‘000 Umsatz aus Leistungen erzielt, die nicht nach Art. 21 Abs. 2 MWST von der Steuer ausgenommen sind. Zur Beurteilung der MWST-Pflicht wird somit der weltweite Umsatz miteinbezogen. Im revidierten MWSTG wurde zudem präzisiert, dass die von der MWST ausgenommenen Umsätze nicht zum massgebenden Umsatz für eine MWST-Pflicht zählen.

Frage der Woche 35/2018

Wir möchten eine Sachdividende ausschütten. Was muss dabei beachtet werden?

Die Antwort der Merki-Experten

Wie für die Bardividenden gilt Art. 675 Abs. 2 OR: „Dividenden dürfen nur aus dem Bilanzgewinn und hierfür gebildeten Reserven ausgerichtet werden.“ Und Art. 698 abs. 2 Ziff. 4 OR die Kompetenz zur Festsetzung von Dividenden ist unübertragbar bei der Generalversammlung.

Im Übrigen verlangt das Gleichbehandlungsgebot, dass allen Gesellschaftern gleichwertige Sachwerte ausgeschüttet werden. Dies ist insbesondere dann gegeben, wenn Sachwerte ausgeschüttet werden, die bargeldnah oder leicht verwertbar sind (z. B. kotierte Aktien, Obligationen, etc.).

Frage der Woche 34/2018

Welche Schulden und Schuldzinsen sind steuerlich absetzbar?

Die Antwort der Merki-Experten

Bankschulden und Bankzinsen
Darlehensschulden und Darlehenszinsen
Schulden bei Kreditkartenunternehmen und belastete Verzugszinsen
Restschulden bei Abzahlungsverträgen und belastete Zinsen (nicht aber Leasingraten)

Frage der Woche 33/2018

Welche Akten sind wie lange aufzubewahren?

Die Antwort der Merki-Experten

Privatpersonen während 5 Jahren
Mietzins-, Arzt- und Handwerkerrechnungen, Lohnforderungen und Versicherungsprämien
Unternehmen während 10 Jahren nach Austritt eines Mitarbeiters
Auserlesene Personalakten, Akten für die Sozialversicherungen und Lohndeklarationen
Unternehmen während 10 Jahren nach Ablauf des Geschäftsjahres und/oder 10 Jahre nach Löschung der Gesellschaft
Geschäftsbücher / Buchhaltungen und Buchhaltungsbelege / MWST-Abrechnungen und Unterlagen
Privatpersonen und Unternehmen während 20 Jahren
MWST-Abrechnungen und Unterlagen im Zusammenhang mit Immobilien
Privatpersonen unbegrenzt
Unterlagen über Finanzen im Zeitpunkt der Heirat
Unterlagen über erhaltene Erbschaften (Eigengut) und Schenkungen
Unterlagen über wertvolle Anschaffungen

Frage der Woche 32/2018

Kann ich meine Nachkommen enterben?

Die Antwort der Merki-Experten

Das Erbrecht ist gesamtschweizerisch im Zivilgesetzbuch (ZGB) geregelt. Das ZGB lässt dem Erblasser bzw. der Erblasserin nicht die völlige Freiheit. Es hat sogenannte Pflichtteile festgelegt, welche die engsten Verwandten vor möglichen Ungerechtigkeiten schützen sollen. Geschützt werden der überlebende Ehepartner bzw. die Ehepartnerin, die Nachkommen (Kinder bzw. Grosskinder) und, falls keine Nachkommen da sind, die Eltern des Verstorbenen. Andere Personen wie Geschwister, Grosseltern oder weiter entfernte Verwandte sind nicht pflichtteilgeschützt.
Mit einem Testament verfügen sie über ihren Nachlass. Sind sie alleinstehend, bildet ihr gesamtes Vermögen ihren Nachlass. Sind sie verheiratet, bestimmt das Ehegüterrecht den Umfang Ihres Nachlasses.

Frage der Woche 31/2018

Ab welchem Altersjahr beginnt die AHV-Beitragspflicht? Was muss ich tun, um keine AHV-Beitragslücken zu riskieren?

Die Antwort der Merki-Experten

Erwerbstätige Personen sind ab dem 1. Januar nach Vollendung des 17. Altersjahres beitragspflichtig. Zu den erwerbstätigen Personen gehören auch Studenten und Lernende mit Erwerbseinkommen.
Nicht erwerbstätige Personen: Studierende Personen, mit zivilrechtlichem Wohnsitz in der Schweiz, müssen ab dem 1. Januar nach Vollendung des 20. Altersjahres Beiträge an die AHV/IV/EO in der Höhe von CHF 478.00 (Mindestbeitrag) jährlich bezahlen. Die Beiträge sind an die Lehranstalt zu entrichten. Ab dem 1. Januar nach Vollendung des 25. Altersjahres haben Studierende die Beiträge aufgrund ihrer sozialen Verhältnisse, und nicht mehr den Mindestbeitrag, zu bezahlen.
Versicherte, die mindestens während eines vollen Jahres Beiträge entrichtet haben, können Leistungen der AHV und der IV beanspruchen. Die Beiträge sind lückenlos zu bezahlen.
Achtung! Fehlende Beitragsjahre können zu Kürzungen der Renten führen.

Frage der Woche 30/2018

Was ist unter einer Vorfälligkeitsentschädigung bei einer Festhypothek zu verstehen?

Die Antwort der Merki-Experten

In der Regel muss eine Ausstiegsentschädigung – die sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung – bezahlt werden, wenn eine Festhypothek vor Ende der Laufzeit aufgelöst wird. Die Höhe dieser Entschädigung hängt vom Zins ab, zu dem die Bank das zurückbezahlte Geld während der restlichen Laufzeit anlegen kann. Die Hypothekarnehmer müssen – beim derzeit aktuellen Zinsniveau – fast den gesamten Zins für die Restlaufzeit zahlen. Sofern die Hypothek durch eine andere, beim gleichen Kreditgeber, ersetzt wird, dürfen Vorfälligkeitsentschädigungen bei der Einkommenssteuer geltend gemacht werden.

 

Frage der Woche 29/2018

Sind Anteile an Erneuerungsfonds von Stockwerkeigentum in der Steuererklärung zu deklarieren?

Die Antwort der Merki-Experten

Grundsätzlich werden Anteile an Erneuerungsfonds steuerlich als Vermögen betrachtet. Da die Stockwerkeigentümergemeinschaft weder eine juristische noch eine natürliche Person ist, fehlt der Bezug zur Steuerpflicht. Der einzelne Stockwerkeigentümer aber ist steuerpflichtig und muss daher seinen Anteil am Erneuerungsfonds als Vermögen in der Steuererklärung deklarieren. Einzelne Kantone verzichten auf die Besteuerung von Vermögen an Erneuerungsfonds.

Frage der Woche 28/2018

Ab 1. Juli 2018 gilt die Stellenmeldepflicht. Welche Berufsgruppen sind betroffen?

Die Antwort der Merki-Experten

Im Februar 2014 hat das Schweizer Stimmvolk die Initiative „Gegen Masseneinwanderung“ angenommen. Das Parlament hat daraufhin eine Stellenmeldepflicht in Berufsarten mit hoher Arbeitslosigkeit beschlossen. Damit soll das Potenzial der inländischen Arbeitskräfte besser genutzt werden. Eine Liste der aktuell betroffenen Berufsarten finden Sie auf: www.arbeit.swiss.

Offene Stellen sind dem zuständigen RAV zu melden. Das RAV muss innert 3 Arbeitstagen die passenden Dossiers zustellen. Vom RAV erhalten Sie auch weitere Informationen.