Frage der Woche 29/2019

Was ist ein Mantelhandel?

Die Antwort der Merki-Experten

Wenn eine juristische Person (AG, GmbH, Genossenschaft) über keine Geschäftsaktivitäten mehr verfügt und alle Aktiven in liquide Form gebracht hat oder ausgeschüttet hat und somit in der Bilanz nur noch flüssige Mittel und das Kapital stehen, spricht man von einem Mantel (Aktienmantel, GmbH-Mantel).

Wird eine solche Gesellschaft verkauft, spricht man von einem Mantelhandel.

Frage der Woche 28/2019

Ich habe gehört, dass ich die Verrechnungssteuer nicht zurück erstattet bekomme, wenn ich Einkünfte oder Vermögen, aus welchem die Einkünfte fliessen, nachdeklariere. Stimmt das?

Die Antwort der Merki-Experten

Seit dem 1. Januar 2019 tritt die Verwirkung des Rückerstattungsanspruchs nicht mehr ein, wenn Einkünfte oder das Vermögen fahrlässig nicht angegeben wurden und der Steuerpflichtige diese in einem noch nicht rechtskräftig beschlossenen Verfahren nachträglich angibt oder die Steuerbehörde sie aus eigenen Feststellungen besteuert. Dies gilt aber nur für Rückerstattungsansprüche, die nach dem 1. Januar 2014 entstanden sind.

Frage der Woche 27/2019

Was sind die Voraussetzungen, damit ich Anspruch auf Rückerstattung der Verrechnungssteuer habe?

Die Antwort der Merki-Experten

Anspruch auf Rückerstattung der Verrechnungssteuer hat eine natürliche Person, wenn

  • sie im Zeitpunkt der Fälligkeit der steuerbaren Leistung ihren Wohnsitz in der Schweiz hatte
  • sie über das entsprechende Nutzungsrecht verfügte
  • die Rückerstattung zu keiner Steuerumgehung führt
  • der Antrag auf Rückerstattung innert drei Jahren nach Ablauf des Kalenderjahrs, in dem die steuerbare Leistung fällig geworden ist, gestellt wird.

Wenn die mit der Verrechnungssteuer belasteten Einkünfte oder das Vermögen, aus dem die Einkünfte fliessen, der Steuerbehörde nicht ordnungsgemäss deklariert werden, verwirkt der Rückerstattungsanspruch.

Frage der Woche 26/2019

Ist eine Sachwertdividende zulässig?

Die Antwort der Merki-Experten

In Ausnahmefällen kann anstelle von Bargeld eine Ausschüttung von Sachwerten erfolgen. Das Gleichbehandlungsgebot verlangt, dass allen Aktionären gleichwertige und gleichartige Sachwerte ausgeschüttet werden. Dies ist gegeben, wenn Sachwerte ausgeschüttet werden, die bargeldnah oder leicht verwertbar sind (z. B. kotierte Aktien, Obligationen, etc.). In den übrigen Fällen (z. B. nicht kotierte Aktien, Liegenschaften, etc.) bedarf es der Zustimmung der Aktionäre zu dieser Form der Ausschüttung.

Frage der Woche 25/2019

Ist eine ausserordentliche Dividendenausschüttung zulässig?

Die Antwort der Merki-Experten

An einer a.o. Generalversammlung, an der keine Genehmigung einer Jahresrechnung traktandiert ist, kann eine (zusätzliche) Dividende beschlossen werden, sofern ein Bilanzgewinn oder freie Reserven vorhanden sind.  Bei der Beschlussfassung über eine Dividende an einer a.o. Generalversammlung sind die Vorschriften über die zweite Zuweisung an die gesetzlichen Gewinnreserven zu beachten.  Sofern eine zusätzliche Ausschüttung erfolgt, muss diese zur Ausschüttung anlässlich der ordentlichen Generalversammlung hinzugezählt werden, um die Höhe der notwendigen Reservezuweisung zu bestimmen.

Zudem muss ein Bericht der Revisionsstelle vorliegen, worin bestätigt wird, dass die vorgesehene Ausschüttung Gesetz und Statuten entspricht. Ist die Revisionsstelle nicht aufgefordert worden, einen Bericht abzugeben, ist der Beschluss nichtig.

Frage der Woche 24/2019

Key Performance Indicator (KPI), was bedeutet das?

Die Antwort der Merki-Experten

Ein Key Performance Indicator (KPI) ist eine Schlüsselkennzahl. Mit Hilfe von KPIs werden der Erfüllungsgrad von Leistungszielen oder kritischen Erfolgsfaktoren innerhalb eines Unternehmens gemessen. Diese Schlüsselkennzahlen werden unternehmensspezifisch festgelegt und verändern sich je nach Situation des Unternehmens über die Zeit.

Frage der Woche 23/2019

Ich hab meine Steuererklärung elektronisch eingereicht. Braucht es noch irgendwo eine Unterschrift?

Die Antwort der Merki-Experten

Die jährlich einzureichende Steuererklärung kann entweder postalisch in Papierform oder direkt elektronisch eingereicht werden. Das Erfordernis der eigenhändigen Unterschrift ist aber bei beiden Einreichungsformen einzuhalten. Bei der elektronisch übermittelten Steuererklärung ist dies das persönlich unterzeichnete Quittungsblatt. Nur dieses Quittungsblatt mit dem aufgedruckten Barcode erlaubt es der Steuerverwaltung technisch auf die übermittelten Daten zuzugreifen. Ohne Zustellung des unterzeichneten Quittungsblattes gilt deshalb die Steuererklärung als nicht abgegeben.

Frage der Woche 22/2019

Was sind eigentlich CAPEX?

Die Antwort der Merki-Experten

Capex bedeutet Capital Expenditures oder in deutsch Investitionen. Sie umfassen primär Anschaffungen von Sachanlagevermögen und immaterielle Vermögenswerte wie Software, Konzessionen oder gewerbliche Schutzrechte. Zusätzlich fallen darunter geleistete Anzahlungen, Anlagen in Bau, Umbauten, Verbesserungen und Reparaturen, welche die normale Nutzungsdauer verlängern oder die Produktivität der bestehenden Anlagen erhöhen. Reine Instandhaltungsreparaturen sind keine Investitionen.

Frage der Woche 21/2019

Was bedeutet der Begriff „Kaizen“?

Die Antwort der Merki-Experten

Kaizen kommt aus dem Japanischen. Der Begriff setzt sich aus KAI = Veränderung / Wandel und ZEN = zum Besseren zusammen. Mit Kaizen ist die stetige Verbesserung von Tätigkeiten, Abläufen, Verfahren oder Produkten durch alle Mitarbeitenden eines Unternehmens gemeint.

Frage der Woche 20/2019

Was zeigt eine Geldflussrechnung auf und warum kommt ihr immer mehr Bedeutung zu?

Die Antwort der Merki-Experten

Die Geldflussrechnung (oder auch Cashflow Statement) ist ein integraler Bestandteil der finanziellen Berichterstattung. Sie lässt weniger Spielraum beim Ausweis der Zahlen zu und vermittelt ein cashbasiertes Bild des Unternehmens. Die Geldflussrechnung wird in der folgenden Struktur dargestellt:

Geldfluss aus Unternehmenstätigkeit (operativer Cashflow)

Geldfluss aus Investitionstätigkeit

Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit

Der operative Cashflow zeigt die Fähigkeit des Unternehmens Geldüberschuss aus dem operativen Geschäft zu erzielen, Investitionen aus eigener Kraft zu finanzieren, Finanzschulden zu amortisieren und Gewinne an die Eigentümer auszuschütten.